Sektor Fazit - Strategische Endanalyse

Persönliches Fazit und Einschätzung

Eine realistische Risikoanalyse: Historische Katastrophen und Kriege, eine detaillierte Kriminalstatistik und taktische Vorsorgestrategien für Deutschland. Warum Vorbereitung keine Paranoia, sondern Pflicht ist.

Ein ehrliches Resümee: Die Illusion der Sicherheit

Wir haben uns in Europa lange Zeit in einer vermeintlichen Sicherheit gewogen. Der kalte Krieg schien beendet, Wohlstand war die Norm und Katastrophen passierten meist weit weg im Ausland. Doch ein Blick auf die letzten Jahrzehnte zeichnet ein anderes Bild: Umweltkatastrophen, Kriege, Tsunamis und verheerende Stürme sind globale Realität – und sie machen auch vor unserer Haustür nicht Halt.

Ereignisse wie die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 (189 Tote, 33 Milliarden Euro Schaden), das Schneechaos im Münsterland 2005 (250.000 Menschen tagelang ohne Strom), oder die Massenpanik bei der Loveparade 2010 (21 Tote, 650 Verletzte) zeigen schmerzhaft, dass das Undenkbare direkt in Deutschland passieren kann. Die Natur fragt nicht nach Vorwarnzeiten, und technische Systeme sind nicht unfehlbar. Das Hochwasser im Ahrtal hat binnen weniger Stunden verdeutlicht, wie schnell eine lokale Infrastruktur vollständig kollabieren kann und dass staatliche Hilfe oft erst mit erheblicher Verspätung die Bedürftigen erreicht. Anfang 2026 sorgte ein Anschlag für tagelange Stromausfälle in mehreren Stadtteilen von Berlin, wovon 45.000 Haushalte betroffen waren. Auch dort wurde leider deutlich, wie schlecht Deutschland aktuell auf Krisensituationen vorbereitet ist.

Geopolitische Instabilität & Hybride Bedrohungen

Die aktuelle Weltlage ist von multiplen Spannungsherden geprägt: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine seit Februar 2022 bedroht die europäische Sicherheitsordnung direkt und hat bereits zu Energiekrisen und Versorgungsengpässen geführt. Die Taiwan-Krise birgt das Risiko einer militärischen Konfrontation zwischen den USA und China mit unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen. Der Nahostkonflikt (Israel / Gaza / Iran) destabilisiert eine der ressourcenreichsten Regionen der Welt. Und die nuklearen Spannungen zwischen Indien und Pakistan – beide Atommächte – bleiben ungelöst.

Auch wenn eine unmittelbare kriegerische Verwicklung Deutschlands nicht akut bevorsteht, sind die indirekten Folgen bereits spürbar: Energiekrise, unterbrochene Lieferketten, Cyberangriffe und terroristische Anschläge auf kritische Infrastruktur, sowie massive Migrationsbewegungen. Die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Aufstockung der Verteidigungsausgaben auf über 2% des BIP sind deutliche Signale für eine fundamental veränderte Sicherheitsarchitektur. Es besteht das Risiko, dass militärische Aufrüstung nicht nur der reinen Verteidigung dient, sondern die Gefahr einer Eskalation weltweit erhöht.

Wichtig: Diese Analyse soll nicht Panik verbreiten, sondern auf Basis dokumentierter Fakten zur realistischen Einschätzung der Sicherheitslage beitragen. Vorbereitung ist kein Ausdruck von Angst, sondern von Verantwortung.

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Globale Krisen (1975-2025) ▼ KLICKEN ZUM ÖFFNEN ▼

Ein Auszug signifikanter Ereignisse mit massiven Opferzahlen oder ökonomischen Folgen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber die Häufigkeit und Schwere globaler Katastrophen:

Chronologische Übersicht globaler Katastrophen 1975-2025 mit Opferzahlen und wirtschaftlichen Schäden
Jahr Ereignis Typ Opfer (Tote/Verletzte) Schaden (Mrd. USD)
1975 Fall von Saigon / Ende Vietnamkrieg Krieg 1-3 Mio. / k.A.[1] 168,0
1976 Erdbeben Tangshan (China) Natur ca. 242.000 / 164.000[2] 10,0
1979-89 Sowjetische Invasion Afghanistan Krieg ca. 1,5 Mio. / k.A.[3] 80,0
1980-88 Erster Golfkrieg (Iran-Irak) Krieg ca. 1 Mio. / k.A.[4] 1.200,0
1984 Bhopal Chemiekatastrophe (Indien) Industrie 3.800 - 25.000[5] k.A.
1985 Erdbeben Mexiko-Stadt Natur ca. 10.000 / 30.000[6] 5,0
1986 Reaktorkatastrophe Tschernobyl (UdSSR) CBRN 4.000 - 93.000 (Langzeit)[7] 235,0
1988 Erdbeben Armenien (UdSSR) Natur ca. 25.000 / 19.000[8] 14,0
1990-91 Zweiter Golfkrieg (Kuwait) Krieg ca. 50.000 / 100.000[9] 100,0
1994 Genozid in Ruanda Genozid ca. 800.000 / k.A.[10] k.A.
1995 Erdbeben Kobe (Japan) Natur 6.434 / 43.792[11] 100,0
1998 Hurrikan Mitch (Zentralamerika) Unwetter ca. 11.000 / k.A.[12] 6,0
1999 Erdbeben Türkei (Izmit) Natur ca. 17.000 / 50.000[13] 25,0
2001 Terroranschläge 9/11 (USA) Terror 2.977 / > 6.000[14] 3.000,0
2003-11 Irakkrieg Krieg 200.000 - 650.000 / k.A.[15] 2.000,0
2004 Tsunami Indischer Ozean Natur ca. 230.000 / 500.000[16] 14,0
2005 Hurrikan Katrina (USA) Unwetter 1.833 / k.A.[17] 125,0
2008 Erdbeben Sichuan (China) Natur 87.587 / 374.000[18] 150,0
2010 Erdbeben Haiti Natur 222.000 - 316.000[19] 8,5
2011 Fukushima (Japan) - Beben/Tsunami/GAU Natur/CBRN 19.759 / 6.242[20] 360,0
2011-heute Bürgerkrieg Syrien Krieg ca. 617.000 / k.A.[21] > 400,0
2014-16 Ebola-Epidemie (Westafrika) Epidemie ca. 11.300 / 28.600[22] 2,8
2015 Erdbeben Nepal Natur 8.964 / 21.952[23] 10,0
2017 Hurrikan Maria (Puerto Rico/Karibik) Unwetter 2.975 / k.A.[24] 91,6
2018 Tsunami Indonesien (Sulawesi) Natur 4.340 / 10.679[25] 2,5
2019 Zyklon Idai (Mosambik/Simbabwe) Unwetter ca. 1.300 / k.A.[26] 2,2
2020-22 COVID-19 Pandemie Pandemie 7 Mio. (bestätigt), 18-28 Mio. (Übersterblichkeit)[27] > 12.000,0
2021 Flutkatastrophe Ahrtal (Deutschland) Unwetter 189 / 800[28] 35,0
2022-heute Russische Invasion der Ukraine Krieg ca. 500.000+ (geschätzt)[29] > 450,0
2023 Erdbeben Türkei/Syrien Natur ca. 59.000 / 120.000[30] 103,0

Hinweis zur Datenqualität: Opferzahlen bei Kriegen und Katastrophen sind oft umstritten und variieren je nach Quelle. Offizielle Regierungsangaben weichen häufig von unabhängigen Schätzungen (WHO, UN, NGOs) ab. Wirtschaftliche Schäden umfassen meist nur direkte Kosten, nicht Langzeitfolgen (z.B. verlorenes BIP, Gesundheitskosten). Alle Angaben basieren auf Quellen im Literaturverzeichnis.

Lokale Sicherheitslage: Gewalt- & Sexualdelikte in Deutschland

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts zeigt einen besorgniserregenden Trend bei Sexualdelikten. Der deutliche Anstieg ab 2017 ist teilweise auf die Reform des Sexualstrafrechts 2016 zurückzuführen (§177 StGB: "Nein heißt Nein"), die mehr Tatbestände erfassbar macht und die Anzeigebereitschaft erhöht hat. Dennoch bleibt die Dunkelziffer extrem hoch – das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen schätzt, dass nur 5-15% aller Sexualstraftaten zur Anzeige gebracht werden.

Bei Gewaltkriminalität zeigt sich seit 2020 ein deutlicher Wiederanstieg nach jahrelangem Rückgang. Besonders alarmierend: Die Zahl der Gruppenvergewaltigungen hat sich seit 2015 mehr als verdoppelt (von 350 auf ca. 890 Fälle). Krisenzeiten (Pandemie, Wirtschaftsabschwung, soziale Instabilität, Migration) können diese Risiken zusätzlich verschärfen.

Wichtig: Diese Statistik bildet nur das Hellfeld (angezeigte Straftaten) ab. Die tatsächliche Bedrohungslage ist höher. Zudem variiert die Kriminalitätsbelastung regional stark (Großstädte vs. ländliche Gebiete). Die Aufklärungsquote bei Sexualdelikten liegt bei nur ca. 80% (bei Gruppenvergewaltigungen höher, da mehr Zeugen).

Quelle: Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) | Stand: Januar 2025[31]
Hinweis: 2024 = vorläufige Daten | Gesetzesänderung §177 StGB (2016) erhöht ab 2017 Erfassungsrate

Strategische Handlungsanleitung ▼ KLICKEN ZUM ÖFFNEN ▼

Vorsorge ist kein Ausdruck von Angst, sondern ein Zeichen von Verantwortung. Wer heute plant, muss morgen nicht improvisieren. Die Analyse historischer Ereignisse zeigt eines deutlich: Hilfe kommt oft spät und das soziale Gefüge ist fragiler, als viele denken.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt privaten Haushalten ausdrücklich eine Grundvorsorge für mindestens 10 Tage. Wir gehen hier von 14 Tagen aus, da Erfahrungen zeigen, dass die Versorgung auch länger unterbrochen sein kann.

Stufe 1: Hausinterne Autarkie (14 Tage)

Konkrete Checkliste für 4-Personen-Haushalt:

  • Trinkwasser: 112 Liter (2 L pro Person pro Tag × 14 Tage)
    • → Praktische Lagerung: 4× 25L-Wasserkanister + 3× 4L-Flaschengebinde
    • → Dunkel und kühl lagern, alle 6 Monate austauschen (Rotation!)
    • → Backup: Wasserfilter (z.B. Katadyn Pocket, Sawyer Mini) für Notfallbeschaffung
    • → Zusätzlich 40L Brauchwasser (Hygiene, Toilettenspülung)
  • Nahrung: 168 Mahlzeiten (mindestens 8.400 kcal pro Person für 14 Tage)
    • → Langzeitlebensmittel: Konserven (Ravioli, Eintöpfe, Gemüse), Trockennahrung (Reis, Nudeln, Linsen)
    • → Energiereich: Nüsse, Trockenfrüchte, Schokolade, Honig, Haferflocken
    • → Ohne Kühlung: Knäckebrot, H-Milch, Hartkäse (vakuumiert), Dauerwurst
    • → Haltbarkeit mindestens 2 Jahre, regelmäßig rotieren (FIFO-Prinzip)
    • Wichtig: Auch an Salz, Zucker, Öl, Gewürze denken!
  • Energieversorgung (Kochen): Gaskocher + 6 Gaskartuschen (je 210g)
    • → Campingkocher mit Piezo-Zündung (z.B. Campingaz, Primus)
    • → Alternative: Spirituskocher (geruchsarm, Indoor nutzbar)
    • → Streichhölzer + Feuerzeuge (mind. 3 Stück, wasserdicht verpackt)
    • Achtung: Gaskocher nur mit Belüftung nutzen (CO-Gefahr!)
  • Hygiene: Basis-Ausstattung
    • → Seife (Kernseife universell einsetzbar), Desinfektionsmittel, Handtücher
    • → Toilettenpapier (4 Rollen pro Person), Feuchttücher, Müllbeutel
    • → Damenhygiene (Binden / Tampons für 2 Zyklen), Windeln (falls Kleinkinder)
    • → Zahnpasta, Zahnbürsten, Deo
  • Medizin: Erweiterte Hausapotheke
    • → Erste-Hilfe-Set DIN 13157 (Auto) oder DIN 13169 (Betrieb)
    • → Persönliche Dauermedikation (14 Tage + Reserve), Rezeptkopien
    • → Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol), Fieberthermometer
    • → Durchfallmittel, Elektrolytlösung, Wund- und Brandsalbe, Desinfektionsmittel
    • → Zeckenzange, Pinzette, Schere, Sicherheitsnadeln
  • Licht & Energie: Unabhängigkeit vom Stromnetz
    • → LED-Taschenlampen (mind. 3 Stück, wasserdicht), LED-Stirnlampen (2 Stück für Handfreiheit)
    • → Kerzen (20 Stück + feuerfeste Unterlagen), Teelichter (100er Pack)
    • → Batterien: AA (20 Stück), AAA (20 Stück), idealerweise wiederaufladbar
    • → Powerbank 20.000 mAh (Aufladen nicht vergessen), Solarladegerät
    • Wichtig: Batterien getrennt von Geräten lagern!
  • Information & Kommunikation: Kontakt zur Außenwelt
    • → Kurbelradio (DAB+ / UKW / WB), funktioniert ohne Strom
    • → Notfall-App "NINA" (Warnung vor Gefahren) vorinstallieren
    • → Powerbank geladen halten, Smartphone-Ladekabel griffbereit
    • → Notfallkontakte handschriftlich notieren (falls das Handy ausfällt)
  • Wärme (Winter): Bei Heizungsausfall
    • → Schlafsäcke (4 Stück, Komfortbereich -5°C oder kälter)
    • → Wolldecken (6 Stück), Thermounterwäsche (2 Sets pro Person)
    • → Warme Kleidung griffbereit (Zwiebelprinzip)
    • Tipp: Bei Stromausfall einen Raum als "Wohnraum" festlegen, Türen schließen
  • Dokumente (Dreifach-Sicherung):
    • → Notfallmappe mit beglaubigten Kopien (laminiert, wasserdicht)
    • → Verschlüsselter USB-Stick (z.B. mit VeraCrypt) mit eingescannten Dokumenten
    • → Cloud-Backup (unbedingt verschlüsselt)
    • → Inhalt siehe Dokumenten-Checkliste (Packen & Flüchten)
  • Bargeld: 500 EUR in kleinen Scheinen (5 / 10 / 20 EUR)
    • → Bei Stromausfall funktionieren Kartenzahlungen und Geldautomaten nicht mehr
    • → Zusätzlich Münzgeld (50 EUR) für Automaten
    • → Sicher zuhause lagern (nicht im Geldbeutel)

Stufe 2: Mobilität & Fluchtbereitschaft

Es gibt Szenarien (Brand, Gasaustritt, Flut, behördliche Evakuierung), in denen Sie Ihr Zuhause binnen weniger Minuten verlassen müssen. Für diesen Fall benötigt jedes Familienmitglied einen individuell angepassten Fluchtrucksack ("Bug-Out-Bag"). Das Gewicht sollte maximal 20% des Körpergewichts betragen, um über mehrere Stunden mobil zu bleiben.

Essentials pro Fluchtrucksack (72h-Autarkie):

  • Rucksack: 40-60 Liter, robust, wasserdicht (z.B. Deuter, Tasmanian Tiger)
    • → Hüftgurt zur Gewichtsentlastung, gepolsterte Träger
    • → Außentaschen für Schnellzugriff (Wasser, Erste Hilfe)
  • 72h-Nahrung: Mindestens 6.000 kcal (2.000 kcal/Tag)
    • → Energieriegel (Müsliriegel, Powerbar), Nüsse, Trockenfrüchte
    • → Trekkingnahrung (gefriergetrocknet, nur heißes Wasser nötig)
    • → Notration (z.B. BP-5, NRG-5): kompakt, 5 Jahre haltbar
    • → Traubenzucker (Schnellenergie), Salztabletten (bei Hitze)
  • Wasser: 3 Liter + Aufbereitungsmöglichkeit
    • → 2L Trinkblase (Camelbak, Source) im Rucksack
    • → 1L Flasche (Nalgene, bruchsicher) außen am Rucksack
    • → Wasserfilter (Sawyer Mini, 100.000 L Kapazität) oder Entkeimungstabletten (Micropur)
  • Notunterkunft & Wärme:
    • → Biwaksack (wasserdicht, winddicht) oder leichtes Tarp (3×3m)
    • → Schlafsack (Kompakt, 3-Jahreszeiten)
    • → Isomatte (zusammenrollbar) für Isolation vom Boden
    • → Rettungsdecke (2 Stück, gold / silber, reflektiert Körperwärme)
  • Kleidung (am Körper + im Rucksack):
    • → Wechselwäsche (1 Set: Unterwäsche, Socken, T-Shirt)
    • → Wetterfeste Jacke (Hardshell, wasserdicht)
    • → Warme Schicht (Fleece oder Daunenjacke, komprimierbar)
    • → Feste Schuhe (Wanderstiefel, wasserdicht, eingelaufen!)
    • → Mütze, Handschuhe (auch im Sommer, Nächte können kalt werden)
  • Werkzeug & Ausrüstung:
    • → Multitool mit Zange, Messer, Säge, zusätzlich ein festes Messer
    • → Paracord (10m, 550 lbs Traglast): universell einsetzbar
    • → Duct Tape (Panzerband, 10m auf Stift gewickelt): Reparaturen
    • → Feuerzeug (2 Stück) + Streichhölzer (wasserdicht verpackt)
    • → Taschenlampe (LED, wasserdicht) + Ersatzbatterien
  • Medizin & Hygiene:
    • → Erste-Hilfe-Set (kompakt)
    • → Persönliche Medikamente (7 Tage), Schmerzmittel, Durchfallmittel
    • → Desinfektionsmittel (klein), Blasenpflaster, Zeckenzange
    • → Hygieneartikel: Seife (biologisch abbaubar), Zahnbürste, Toilettenpapier
    • → Damenhygiene (Binden / Tampons), Rasierer (optional)
  • Dokumente & Geld:
    • → Ausweiskopien (laminiert), Geburtsurkunden, Impfausweis
    • → Notfallkontakte (handschriftlich), Krankenkassenkarte
    • → Bargeld (200 EUR in kleinen Scheinen + Münzen)
    • → USB-Stick (verschlüsselt) mit eingescannten Dokumenten
    • → Wasserdichte Hülle (z.B. Zip-Beutel, Dokumententasche)
  • Kommunikation:
    • → Smartphone (geladen) + Ladekabel + Powerbank
    • → Signalpfeife (lauter als Rufen, 120 dB)
    • → Notizblock + Bleistift (wasserfest, für Notizen/Nachrichten)

Spezielle Anpassungen:

  • Kinder: Gewicht reduzieren (10-15% Körpergewicht), Lieblingskuscheltier (psychologisch wichtig), Spiel (Kartenspiel für Ablenkung), Windeln (falls nötig)
  • Haustiere: Transportbox (Katze) oder Leine + Maulkorb (Hund), 3-Tage-Futter, Wassernapf (faltbar), Impfausweis, Foto des Tiers (falls es verloren geht)
  • Senioren/Kranke: Gehhilfen (faltbar), Rollstuhl-Evakuierungsmatte, doppelte Medikamentenmenge, Notfall-Medikamentenplan (für Ärzte)

Praxis-Tipp: Packen Sie den Fluchtrucksack einmal komplett und gehen Sie damit 2-3 Stunden spazieren. So merken Sie, was zu schwer ist, wo es drückt und was fehlt. Den Rucksack alle 6 Monate überprüfen (Lebensmittel, Batterien, Medikamente tauschen!).

Stufe 3: Existenzielle Sicherung (Dokumentenschutz)

Ohne Identitätsnachweise und Eigentumsdokumente sind Sie in einer Krisensituation massiv benachteiligt. Behörden, Versicherungen und Banken sind ohne Nachweise nicht handlungsfähig. Ein Neustart nach Totalverlust (Brand, Flut) kann sich ohne Papiere um Monate oder Jahre verzögern.

Dokumenten-Checkliste (Dreifach-Sicherung: Original + Kopie + Digital):

  • Identität: Personalausweis/Reisepass (alle Familienmitglieder), Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, ggf. Scheidungsurteil
  • Gesundheit: Impfausweise, Allergiepass, Blutgruppenausweis, Röntgenpass, Organspendeausweis, Patientenverfügung
  • Eigentum: Grundbuchauszug, Mietvertrag/Kaufvertrag Wohnung, Fahrzeugschein/Fahrzeugbrief
  • Finanzen: Kontoauszüge (letzte 3 Monate), Depotauszüge, Steuerbescheide (3 Jahre), Gehaltsnachweise
  • Versicherungen: Policen (Haftpflicht, Hausrat, Gebäude, Rechtsschutz, Lebensversicherung), Versicherungsnummern
  • Bildung/Beruf: Schulzeugnisse, Berufsabschlüsse, Arbeitszeugnisse, Meisterbriefe, akademische Titel
  • Rechtliches: Testament, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Erbschein (falls vorhanden)
  • Inventar: Foto-Dokumentation Ihres Haushalts (für Versicherung bei Totalschaden), Wertsachen-Liste mit Seriennummern

Sichere Aufbewahrung:

  • Ebene 1 (Zuhause): Beglaubigte Kopien in wasserfester Dokumentenmappe (z.B. Leitz, feuerfest bis 30 Min.), griffbereit im Fluchtrucksack oder nahe Haustür
  • Ebene 2 (Digital): Eingescannt auf verschlüsseltem USB-Stick (z.B. mit VeraCrypt, AES-256), Stick im Fluchtrucksack + einer bei Vertrauensperson (Eltern, Geschwister)
  • Ebene 3 (Cloud): Verschlüsselt in Cloud (z.B. Cryptomator + Dropbox/Google Drive), Zugang nur mit Passwort (sicher aufbewahren! Passwort-Manager nutzen)
  • Originale: Im Bankschließfach oder feuerfestem Tresor (Stufe S2 nach EN 15659), NICHT im Fluchtrucksack (Verlustrisiko!)

"In der Krise ist der Vorbereitete ein Fels, der Unvorbereitete eine Last."
Bleiben Sie wachsam, bleiben Sie vorbereitet – aber leben Sie nicht in Angst. Vorbereitung schafft Sicherheit und Freiheit.

📚 Quellenverzeichnis

1. Lewy, Guenter (1978): "America in Vietnam", Oxford University Press
2. USGS Earthquake Hazards Program - Significant Earthquake Database: Tangshan 1976
3. Rubin, Barnett R. (1995): "The Fragmentation of Afghanistan", Yale University Press
4. Hiro, Dilip (1991): "The Longest War: The Iran-Iraq Military Conflict", Routledge
5. Greenpeace International (2004): "Bhopal Gas Disaster - 20 Years On" + Eckerman, Ingrid (2005): "The Bhopal Saga", Universities Press
6. NOAA NCEI Significant Earthquake Database - Mexico City 1985
7. WHO/IAEA/UNDP (2005): "Chernobyl: The True Scale of the Accident" + Greenpeace (2006): "The Chernobyl Catastrophe"
8. USGS Earthquake Database - Spitak/Armenia 1988 + UN OCHA Reports
9. Iraq Body Count Project / Costs of War Project, Brown University
10. United Nations Security Council Report S/1994/1125 + Hintjens, Helen M. (1999): "Explaining the 1994 genocide in Rwanda"
11. Japanese Fire and Disaster Management Agency - Kobe Earthquake Report 1995
12. NOAA National Hurricane Center - Hurricane Mitch Report 1998
13. Turkish Disaster and Emergency Management Authority (AFAD) - Izmit Earthquake 1999
14. National September 11 Memorial & Museum - Victim Database + 9/11 Commission Report (2004)
15. Iraq Body Count (IBC) Database + Lancet Medical Journal: Burnham et al. (2006) "Mortality after the 2003 invasion of Iraq"
16. EM-DAT International Disaster Database (CRED) - Indian Ocean Tsunami 2004 + USGS Report
17. NOAA National Hurricane Center - Hurricane Katrina Report 2005
18. China Earthquake Administration / USGS - Sichuan Earthquake 2008
19. Government of Haiti / UN OCHA Situation Reports 2010 + DesRoches et al. (2011) "Overview of the 2010 Haiti Earthquake"
20. Japanese National Police Agency - Great East Japan Earthquake Statistics + IAEA Fukushima Report 2015
21. Syrian Observatory for Human Rights (SOHR) - Monthly Reports 2011-2024 + UN Human Rights Council Reports
22. WHO Ebola Situation Reports 2014-2016 + CDC Ebola Response Reports
23. Nepal Government National Emergency Operation Center + UN OCHA Nepal Earthquake Reports 2015
24. Kishore et al. (2018): "Mortality in Puerto Rico after Hurricane Maria", New England Journal of Medicine
25. Indonesian National Disaster Management Authority (BNPB) - Sulawesi Earthquake/Tsunami 2018
26. UN OCHA Cyclone Idai Response Reports 2019 + Government of Mozambique
27. WHO COVID-19 Dashboard (Stand: Januar 2025) + WHO (2022): "14.9 million excess deaths associated with COVID-19 pandemic"
28. Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz (2022): "Abschlussbericht Hochwasserkatastrophe Juli 2021"
29. UN Office of the High Commissioner for Human Rights - Ukraine Reports + Institute for the Study of War (ISW) Casualty Assessments
30. Turkish Disaster and Emergency Management Authority (AFAD) + WHO Türkiye Earthquake Response 2023
31. Bundeskriminalamt (BKA) - Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) Jahrbücher 2015-2023, PKS 2024 (vorläufige Zahlen)

Weiterführende Literatur & Ressourcen:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): www.bbk.bund.de - Kostenloser Ratgeber "Katastrophenalarm"
Robert Koch Institut (RKI): Pandemie-Vorsorge und Infektionsschutz
Deutsches Rotes Kreuz (DRK): Erste-Hilfe-Kurse und Notfallvorsorge-Seminare
EM-DAT Disaster Database: www.emdat.be - Internationale Katastrophen-Statistik
Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN): Dunkelfeld-Studien zu Kriminalität

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